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Praxis für Systemische Therapie und Beratung |
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Der systemische Ansatz Was ist systemisch? Der Biokybernetiker Heinz von Foerster beschreibt das systemische Denken und Handeln als ‚ethischen Imperativ’: „Handle stets so, dass du die Anzahl der Möglichkeiten vergrößerst.“
Tabus, Dogmen, Denkverbote, Richtig-/Falsch-Bewertungen stehen systemischer Arbeit entgegen. Unter Einbeziehung des Kontextes - Wer berät wen und wozu? – führen systemische BeraterInnen Prämissen und Haltungen ein, die die defizit- und problemorientierte Wirklichkeitskonstruktion der Ratsuchenden hin zu einer Lösungsentwicklung verändern. Diese Prämissen und Haltungen, die für KlientInnen oft eine überwältigend andere Sicht der Dinge darstellen, werden durch folgende Aussagen noch verdeutlicht: Jedes Verhalten macht Sinn, wenn man den Kontext kennt. Es gibt keine vom Kontext losgelösten Eigenschaften einer Person. Jedes Verhalten hat eine sinnvolle Bedeutung für die Kohärenz des Gesamtsystems. Es gibt nur Fähigkeiten. Probleme ergeben sich manchmal daraus, dass Kontext und Fähigkeit nicht optimal zueinander passen. Jeder scheinbare Nachteil in einem Teil des Systems zeigt sich an anderer Stelle als möglicher Vorteil. (entnommen aus A. von Schlippe, J. Schweitzer: „Lehrbuch der systemischen Therapie und Beratung)
Jedes System - Einzelpersonen, Familien, Teams, Organisationen etc. - verfügt über die Ressourcen zur Lösung seiner Probleme. Nur - es nutzt sie derzeit nicht. Die systemische Beratung arbeitet diese Ressourcen im Systemzusammenhang hervor. Zu Beginn des Beratungsprozesses werden Kontext - Wer hat wann und mit wem welches Problem? - und Auftrag - Was wäre am Ende der Sitzung ein gutes Ergebnis? - geklärt. Die Klärung der Kundenwünsche ist die erste Beratungsleistung, die bereits viel Energie, Zeit und Geld einspart. Die so gewonnenen Informationen dienen der Hypothesenbildung - über das, was ist und das, was sein sollte - der Grundlage der Lösungsentwicklung. Die systemische BeraterIn moderiert allparteilich durch den Lösungsprozess - hält die Symptome fest und regt die Ideenfindung an. Zirkuläres Fragen, Reframing, eine die Externalisierung des Problems fördernde Gesprächsführung, die Arbeit mit Metaphern, Skalierungsübungen, Systemaufstellungen und andere systemische oder psychodramatische Techniken sind hier sehr hilfreich. Neugier und Wertschätzung gegenüber dem Klientensystem und seinen Lösungsversuchen sind gleichermaßen gefordert. |